… Notiz an mich: Spontane Einfälle von M. schmerzen! Und das meine ich wörtlich. So geschehen am letzten Samstag. Auf die Frage, was er denn so fürs Wochenende geplant hat, stellt er mich kurz und knapp vor die Wahl. Paintball oder zu Hause alleine fernsehen.
Eigentlich tendierte ich ja generell eher zur letzteren Option, allerdings … ohne groß zu überlegen, siegte die Neugierde. Abenteuerlust wage ich dieses immer mulmiger werdende Gefühl in der Magengegend nämlich nicht zu nennen. Daher sage ich besser “Neugierde“.
Schließlich habe ich mich doch auf der Maturareise vor hundert Jahren schon mal ganz „rambo-like“ in das Farbgefecht gestürzt und das hat mir damals richtig Spaß gemacht. Zumindest dachte ich das – bis zu dem Zeitpunkt, als man mir 5Kilo-Baggypants, das Halstuch von Lucky Luke, einen Brustpanzer mit den Gummi-Bauchmuskeln von Superman, den Gesichtsschutz/Maske eines NHL-Torhüters und die Waffe den Markierer, Marke „Maschinengewehr“, in die Hand drückte. Da war ich baff und vor lauter Fremdgewicht kippte ich beinahe vorne über, aber bloß nichts anmerken, dachte ich mir. Obwohl mir doch mal kurz ein: „Geht das nicht auch ein bisschen kleiner?“ (auf den Monster-Markierer bezogen) raus rutschte. Aber ich konnte doch jetzt nicht aufgeben – es hätte mich das schallende Gelächter und Gejohle von 12 Halbstarken erwartet. Und was die können, kann ich schon lange, so dachte ich erneut. Darauf lege ich es doch nicht an! Rein in den Wald und Feuer frei.
Ähäm. Zumindest für die anderen
Nunja, ich war auf alle Fälle unterhaltsam, für die anderen und immerhin wurde ich nur einmal abgeschossen. Da bin ich auch nur versehentlich aus meiner Deckung gekrochen. ![]()
Aber schon nach den ersten drei Minuten war mir klar:
1) Mir fehlt die militärische Grundausbildung.
2) Mir fehlt das tage- und nächtelange vor-dem-Computerhocken-und-sinnlose-Kriegsspiele-am-PC-spielen und damit das Gehirn auf solche Aktionen vorzubereiten und zu trainieren.
3) Mir fehlt einfach die nötige oder zumindest in diesem Fall hilreiche Aggression.
Und das hat sich auch nach den nächsten 3 (!) Stunden im Wald herumkriechen, verstecken und Bäume mit Farbe beschießen (unsere Gegner konnte ich nicht sehen und hätte sie auch nicht getroffen, selbst wenn ich sie gesehen hätte
) nicht geändert.
Aber alles in Allem war es ein netter Nachmittag. Ok, das ist dann wohl Geschmackssache. Aber ich bin nochmal glimpflich davon gekommen. (Glück, wenn man in der richtigen Mannschaft, sprich in der mit den skrupellosen Heißspornen, ist.)
Resümee: Es flossen keine Tränen. Nur ein paar Blessuren (mein ganzer linker Oberarm ist blau – und das ist keine Farbe) und starker Muskelkater in den Oberschenkel – vom vielen Verstecken - werden mich noch länger an diesen spontanen Samstagnachmittag erinnern.
Juli 8, 2008