Schwarz, weiß, blau, grün, einfärbig, gestreift, mit Punkten, mit Herzchen, mit langen oder mit kurzen Ärmeln, glatt, gestrickt, …. diese Aufzählung könnte ich ewig weiterführen.
So manche Frau verfällt bei diesen Worten wohl in Verzückung. Ich hingegen bekomme Kopfweh, ein leichtes Schwindelgefühl und bin vollkommen überfordert. Aber in ich bin diesbezüglich ein echter Optimist und versuche es immer wieder. Bestimmt ist längst klar wovon ich spreche, genau: Shopping!
Letzten Freitag war es dann mal wieder soweit. Ich hatte ein bißchen Zeit, bevor ich M. abholen sollte, dessen Aufenthaltsort sich rein zufällig, neben einem unserer zwei Konsum-Vergnügungscenter befand. Der für mich als Optimistin und Frau (ohne hier auf Klischees zurückgreifen zu wollen
) scheinbar logische Schluss: Rein mit mir ins Gewusel und Geld ausgeben ohne Ende!
So dachte ich, als ich die Schwelle zum Paradies betrat.
Mein Weg führte mich gleich direkt in den ersten Stock. Was sich dort befindet? Modeschmuck, ist doch klar. Nachdem ich aber ca. 30 Minuten vor der Spiegeltüre, die mir zwischendurch auch nur 2-Mal beinahe ins Gesicht gekracht wäre (Zur Erklärung: hinter der Spiegeltüre befand sich das Lager, welches die Verkäuferin gelegentlich aufsuchte) rätselte, welches Paar Ohrringe mir besser stehe und mich einfach nicht entscheiden konnte, wobei der Unterschied, eine etwas ausgeprägtere Musterung, wirklich kaum erkennbar war, hätte ich es wissen müssen. Dem war jedoch nicht so. Noch war ich, wenn auch schon etwas weniger, aber dennoch motiviert. Aber spätestens nach dem 50 10ten probierten und wie könnte es anders sein, nicht passenden Paar Schuhe war meine anfängliche Euphorie gelinde gesagt gedämpft.
Schuhe …. das ist für mich sowieso ein eigenes Kapitel, denn ich und die moderne aber reichlich unbequeme Fußbekleidung haben ein recht eigenwilliges Verhältnis.
Weiter mit meinem versuchten Shoppingmarathon und da ich gerade so “sportlich” formuliere, komme ich gleich zu meinem neuen Rekord: In 2 Sekunden durch eine mittelgroße Boutique. Nicht dass mir das Angebot nicht gefallen hätte. Nein. Aber irgendwas hielt mich zurück und hinderte mich daran wieder mal genauer hinzusehen, 20 verschiedene Komibantionen anzuprobieren und letztlich Stunden später, aus zigtausend verschiedenen Gründen, doch wieder ohne Beute und schwerst frustriert (denn das geschieht dann immer) mit hängendem Kopf aus der Boutique rauszuschlapfen.
Nun es kam, wie es kommen musste: Irgendwann hatte ich ca. die Hälfte der zugänglichen Geschäfte abgeklappert und war ohne erwähnenswerte Errungenschaften aus meinem Kreuzzug hervorgegangen.
Das wars für mich! Ich wollte nach Hause! Aber M. war noch nicht fertig.
Und selbst seine Aussage: “Schau dich doch noch mal um und kauf dir was Schönes. Ich bezahle!” konnte mich nicht dazu bewegen mich erneut in einen weiteren Stapel ultra-schicker und brand-neuer Bekleidung zu stürzen. Ist denn das zu glauben?
Nun, ich habe da so eine Theorie: Als Gott das Shopping-Gen verteilte, hat er mich doch glatt vergessen! Einfach so!