… Samstag 23.02.2008, 8:15 Uhr, Busbahnhof K., die “Reise” beginnt …
Wie es zu dieser “Reise” kam, ist schnell erklärt. Meine Mam hält eines Tages ein Angebot in ihren Händen und mit den Worten “du warst doch schon vor Jahren so ein großer Fan, willst du nicht mitkommen” ist alles unter Dach und Fach. Ein Tagesausflug in eine nahegelegene 3 1/2 Stunden entfernte Großstadt soll es sein. Ganz spontan. Transportmittel: Reisebus …
Nun eigentlich bin ich ja eine erfahrene Bustouristin. 2 Stunden oder gar 12 Stunden … check … alles schon dabei gewesen. Und eigentlich ist es jedes Mal eine derartige Tortur, dass ich mir selber hoch und heilig schwöre nie, nie, ganz bestimmt nie wieder auch nur einen Fuß in eines dieser monströsen und derart unbequemen Ungetümer zu setzen. Soviel dazu …. da bin ich also 8:15 Uhr, eine Uhrzeit, die mein Ex-Studenten-ich-steh-niemals-vor-10-Uhr-am-Wochenende-schon-gar-nicht-vor-13-Uhr-Herz wahrlich schmerzt, kurz davor erneut und für diese Uhrzeit erstaunlich motiviert, meinen Samstagsausflug anzutreten. Nicht nur Mam und ihre bessere Hälfte, auch meine bessere Hälfte M. sind mit von der Partie. M. weit weniger gut gelaunt als meine Wenigkeit, aber immerhin bereit sich mit seinen 1,85 cm auch in die komfortable Luxuskutsche zu zwängen begeben. Dann geht es los, aber nein, es wird keine 3 1/2 stündige Fahrt, wo denkt ihr hin, wir halten bereits nach 30 Minuten. Wie sich herausstellte war unser Busbahnhof nicht die einzige Zustiegsmöglichkeit. Es folgten 3 weitere Stops, was das für meinen unseren Zeitplan bedeutete, …. ich muss es nicht näher erläutern. Auf alle Fälle kamen wir zig Stunden, eine Café-Pause und einige unbedeutende, aber dennoch erwähnenswert schmerzende Krampfanfälle in Beinen, Waden, sogar Zehen, diverse Verspannungen in Hals und Rückenbereich und enorme Müdigkeitsanfälle später an unserem Ziel an. Das war doch gar nicht so schlimm, oder?
Tja, wer etwas erleben will, muss eben auch mal leiden, oder das nächste Mal vorher besser aufpassen, die Reiseplanung mitgestalten, oder gar sofort verweigern!
Aber nach einem zusammengestückeltem Menü (Suppe, Salat und Schokoladepalatschinken
) siegte die Vorfreude wieder über die, von den Reisestrapazen in Mitleidenschaft gezogene, Körperhülle. Von mir aus konnte es losgehen …
JA … die Show war einfach klasse! Auch wenn die Bühne zu Beginn größentechnisch etwas bescheiden wirkte. Nun ja, ich musste eben akzeptieren, dass wir doch eher nich in New York, Dublin oder London waren. Nichts desto trotz: Ich war begeistert. Auch wenn ich meine ich-sehe-mir-das-Video-so-lange-an-bis-das-Band-zerfällt-kenne-jedes-Lied-und-weiß-genau-was-als-nächstes-passieren-soll-Zeit lange hinter mir gelassen hatte, als ich in der Show saß, wusste ich wieder, warum ich bereits vor Jahren (!) schon davon fasziniert war und unbedingt einmal live mit dabei sein wollte. Es hat sich wahrlich ausgezahlt. Wir hatten gute Plätze, mittig, eher im vorderen Bereich und vor mir saß eine eher klein gewachsene Omi, deren auftoupierte Haarpracht nur gelegentlich in mein Sichtfeld wackelte. Außerdem hatte ich ein neues Spielzeug mit vor Ort, einen hyper-modernen, technisch anspruchsvollen, spacig silbernen Operngucker. Dieser war der Hit! Nur leider führte er dazu, dass ich mich weit mehr auf die Gesicher und Mimik der Tänzer, als auf das wesentliche dieser Show, die Beinarbeit konzentrierte. Naja aber wenn die männliche Hauptfigur auch ein gut gebauter (wieso das nur?)
, gutaussehender, Sunnyboy mit top gestyltem Haupthaar und einem umwerfenden, auch ohne Operngucker erahnbaren, Lächeln sein muss …. Ich sollte jedoch auch festhalten, dass das gesamte Ensemble durchwegs äußerst attraktiv, jung und dynamisch war. Dies hat mich positiv überrascht, da ich in der Vergangenheit, ohne anderen Bühnendarstellern nahe treten zu wollen, auch anderes erlebt bzw. gesehen habe. Aber natürlich waren es auch die musikalischen und tänzerische Leistungen, die mich bewegt und begeistert haben. Ich kann die Show nur weiterempfehlen, aber ich spreche hier vom Original und nicht irgendeiner anderen Show, diese kann ich nicht beurteilen. Mir reicht das Original. Two thumbs up!
Die Show war sogar so gut, dass ich mich jetzt noch freue und zufrieden bin, trotz der darauf folgenden Höllentour, auch Heimreise genannt. Ich würde diese “Reise” immer wieder machen …… aber ohne Bus, soviel steht fest!